Die Sportster Familie

Die Sportster Familie

1957 betrat die Sportster Baureihe die Bühne. Als Nachfolgerin der K Modellreihe und als dynamische Alternative zu den großen Harley-Davidson Tourenmaschinen ihrer Ära maß sich die Mutter aller Sportster, die XL 55, mit ihren sportlichen, vorwiegend britischen Wettbewerbern. Die Motor Company hatte ihr ein modernes Fahrwerk – eine hydraulische Telegabel sowie eine Hinterradschwinge mit zwei Federbeinen – und einen kraftvollen 45° V2 mit OHV-Ventilsteuerung mit auf den Weg gegeben. Das Triebwerk, das eine Einheit mit dem Getriebe bildete, verfügte bereits über einen Hubraum von 883 Kubikzentimeter.

Zahlreiche Sportster Versionen folgten der XL 55. Optisch wie technisch blieb die Modellfamilie stets auf der Höhe der Zeit. So erhielt das Bike 1967, nachdem man Mitte der Sechzigerjahre bereits das elektrische System auf 12 Volt umgestellt hatte, einen E-Starter. 1970 entstand der Factory-Racer XR 750, ein ungestümes Derivat der Sportster Baureihe, mit dem Fahrer wie Cal Rayborn über die nächsten zehn Jahre zahlreiche Siege auf Ovalkursen einfuhren. Zu den außergewöhnlichen Mitgliedern der Sportster Familie zählen auch die Typen XLCR Café Racer, eine 1977 von Willie G. Davidson gestylte schwarze Schönheit, und XR 1000, eine überaus leistungsstarke Straßen-Replika des berühmten Dirt Track Racers XR 750. Sie nahm den Asphalt 1983 unter die Räder. Parallel zu den Harley-Davidson Big Twins kam auch der Sportster Familie im Laufe der Jahrzehnte immer wieder neue Fahrwerks- und Motorentechnologie zugute. 1972 erhielten die „Ironhead“ genannten OHV Motoren einen auf 1.000 Kubikzentimeter vergrößerten Hubraum. Ab 1986 verrichtete die vollkommen neu konstruierte „Evolution“ Motorengeneration mit 883 oder 1.100 Kubikzentimeter in der Sportster ihren Dienst. 1991 schalteten Sportster Fahrer erstmals mit einem neuen Fünfganggetriebe, und vier Jahre später erschienen die ersten 1200er Modelle.

Die jüngste Sportster Generation wurde im Modelljahr 2004 präsentiert. Seither verfügen alle Sportster über einen noch stärkeren und in wesentlichen Bereichen überarbeiteten Evolution V-Twin, der über Silentblöcke schwingungsgedämpft mit dem neu konstruierten, sehr steifen Sportster Rahmen verbunden ist. Das leicht zu schaltende Getriebe ist nach wie vor in das Kurbelgehäuse integriert. Schräg verzahnte Stirnräder sorgen für Laufruhe, während der Schaltmechanismus für geschmeidige Gangwechsel unter minimalem Kraftaufwand bürgt. Zu ihrem fünfzigsten Geburtstag im Jahr 2007 erhielt die Sportster neben weiteren Modellpflegemaßnahmen eine elektronische Kraftstoffeinspritzung. Im Modelljahr 2008 erschien die 1200 Nightster und avancierte im Nu zum Besteller. Im selben Jahr debütierte die XR 1200, die sich als dynamische Alternative zu den XL Modellen im Sportster Portfolio versteht. 2009 kam die Iron 883 hinzu, die den starken Look der Nightster mit dem 883 Kubikzentimeter großen V-Twin verbindet. Für 2010 ergänzt die neue, besonders sportliche XR 1200X das Angebot.


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